< Trio Brüning, Dietrich und Huhn verpasst ganz knapp Deutsche Meisterschaften
06.05.2017 08:00 Alter: 351 days
Kategorie: Rehasport
Von: Sabine Schulze (Westfalen-Blatt)

Immer schön den Puls kontrollieren

30 Jahre Herzsportgruppe der Sportvereinigung Heepen – Feier an diesem Samstag


Sport ist in der Gruppe am schönsten: Trainingsleiter Burkard Haupt macht den Mitgliedern der Herzsportgruppe die Übungen vor. Foto: Bernhard Pierel (Westfalen-Blatt)

Zum Aufwärmen eine Runde leichtes Laufen oder Gehen. Danach folgen Dehnen und Strecken, Koordinations- und Gleichgewichtsübungen, vielleicht ein Zirkeltraining, eine Runde Volleyball oder "Rentner-Basketball". Und zwi­schendurch wird der Puls kont­rolliert. Denn die, die sich mittwochsabends in der Sporthalle der Grundschule Heeperholz treffen, sind Herzpatienten.

30 Jahre besteht ihre Herzsportgruppe in der Sportvereinigung Heepen bereits, die erste Übungsstunde fand am 1. April 1987 statt. Mit dabei war damals bereits Horst Kluth, der auch heute, mit 84 Jahren, regelmäßig zum gemeinsamen Sport kommt. Der runde Geburtstag wird an diesem Samstag ab 17 Uhr im Freizeitzentrum Stieghorst gefeiert.

"Zugleich werden wir uns umbenennen und künftig eine Gruppe für Reha- und Bewegungssport sein", erklärt Armin Sachse, der als Kassierer fungiert. Der Grund ist schlicht ein Ärztemangel. Denn eine Herzsportgruppe benötigt für ihre Übungsstunden einen Arzt. "Zwei Heeper Ärzte, Dr. Stefanie Ferdin-Deppe und Dr. Dietrich Vinnen, stehen uns zur Verfügung. Aber auch sie haben nicht jeden Mittwoch Zeit", sagt Sachse. Er bedauert, dass nicht mehr Ärzte die Gruppe unterstützen, obgleich der eine oder andere durchaus Patienten zum Sport schickt.

"So bleibt uns nichts anderes übrig, als künftig als Reha- und Bewegungssport zu firmieren." Inhaltlich wird sich nicht viel ändern. Die drei Therapeuten, die die aktuell 63 Mitglieder anleiten, haben einen Übungsschein den Koronarsport. "Die zuweisenden Ärzte werden künftig eben Reha-Sport auf die Verordnung schreiben müssen." Allerdings werden Patienten, denen ausdrücklich Koronarsport verschrieben wurde, nicht mehr zu dieser Gruppe stoßen können. Und Vereinzelte werden verunsichert sein, wenn kein Arzt für den Fall des Falles auf der Bank sitzt. Dafür, meint Sachse, werde vielleicht der eine oder andere, der allgemeinen Rehasport treiben soll, zu ihnen stoßen.

Er selbst ist seit 2010 dabei. Damals hat der heute 68-Jährige zwei Stents erhalten - Gefäßstützen, die die Herzarterien offen halten. Sein Arzt hatte ihm zu Sport geraten. "Alleine macht es nicht halb so viel Spaß, eine Gruppe ist motivierend. Außerdem lernt man unter Anleitung die richtigen Übungen und Bewegungsabläufe", sagt er. Und weil er als ehemaliger Bankkaufmann weiß, was Abrechnungen sind und mit Computern umgehen kann, hat er auch zugleich die Aufgabe übernommen, für die Mitglieder der Sportgruppe die Abrechnungen mit den Krankenkassen zu erledigen.

Ohne die Herzsportgruppe, sagt Armin Sachse, fehle ihm et­was. "Das merke ich immer in den Sommerferien, wenn wir pausieren." In der Gruppe, unter fachkundiger Anleitung, wage man auch ein bisschen mehr: "Dann läuft man nicht nur müde seine Runden, sondern darf auch mal aus der Puste sein, um die körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern." Denn vorbei sind die Zeiten, als man meinte, Herzpatienten bedürften unbedingt der Schonung. Und wieder ohne Atemnot in den Bergen wandern zu können, genießt der 68-Jährige.


EXT:start/Resources/Private/Templates/silver_03.html