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09.08.2017 18:13 Alter: 14 days
Kategorie: Fussball
Von: Nicole Bentrup (Neue Westfälische)

Der Calmund von Heepen

Sportler im Ehrenamt: Jürgen Niemann hat längst nicht die Körperfülle des berühmten Leverkusener Ex-Managers, aber er ist mindestens genau so rührig, wenn es um seinen Klub geht. So kam er zu seinem Spitznamen


Optisch eher ein Uwe Seeler: Jürgen Niemann, der Tausendsassa der Spvg. Heepen mit dem Spitznamen Calmund, auf "seinem" Sportplatz. Der ehemalige erste Vorsitzende des Klubs organisiert weiterhin Turniere und kümmert sich um das Vereinsleben. Foto: Andreas Zobe (neue Westfälische)

Wenn man an die SpVg. Heepen denkt, denkt man automatisch auch an Jürgen Niemann (70). Der pensionierte Bankangestellte ist das Gesicht vom Heeper Schützenberg, auch wenn er mittlerweile nur noch im Hintergrund die Fäden zieht. Lange Jahre allerdings war Niemann erst Spieler und dann Vorstandsmitglied in Heepen.

"1964 bin ich in den Verein eingetreten", erinnert sich der 70-Jährige zurück. Das sei damals eher spät gewesen, aber sein Elternhaus habe immer darauf bestanden, dass die Schule vorgehe. "Und so habe ich erst mit 17 ganz offiziell angefangen, Fußball im Verein zu spielen", erzählt Niemann, der aber schon so lange er denken kann eine Leidenschaft für das runde Leder hat. "Mit meinen Kumpels habe ich früher in jeder freien Minute gegen den Ball getreten", lacht er. Zunächst spielte Niemann zwei Jahre in der A-Jugend der SpVg. Heepen, dann war er hauptsächlich Spieler der zweiten Mannschaft. "Aber auch in der Ersten hatte ich hier und da mal Einsätze - damals in der Landesliga", denkt er zurück.

»Ich habe in jeder freien Minute gegen den Ball getreten«

1978 war die Karriere als Spieler dann für den "Calmund von Heepen" (der langjährige Spieler und Trainer Marco "Tucky" Hall verpasste Niemann einst diesen Spitznamen) vorbei. Nach zwei Schienbeinbrüchen, einem Wadenbeinbruch und schlussendlich dann einem gebrochenen Knöchel im Fußgelenk hing Jürgen Niemann seine Fußballschuhe an den Nagel.

"Ich bin dann aber sofort Betreuer der ersten Mannschaft geworden", erzählt er stolz. Seine Verbundenheit zu seiner SpVg. Heepen blieb immer bestehen. Von 1980 bis 1990 bekleidete Niemann den Posten des zweiten Vorsitzenden, im direkten Anschluss daran wurde er erster Vorsitzender. Diese Position hatte Niemann bis 2012 inne. "Dann war es aber an der Zeit, die Jungen mal ans Ruder zu lassen", lacht Niemann. "Es war immer mein Ansinnen, die SpVg. Heepen interessant und sportlich attraktiv zu halten", gibt Jürgen Niemann einen Einblick in sein Gusto. "Wir hatten immer einen guten Ruf und den wollte ich dem Verein auch unbedingt erhalten." Neben dem sportlichen Erfolg waren dem gelernten Industriekaufmann auch andere Werte sehr wichtig: "Ich wollte immer, dass die Geselligkeit und der Zusammenhalt im Verein passen." Gerade die Geselligkeit führte dazu, dass Jürgen Niemann fast mehr Zeit auf dem Sportplatz als in seinem Zuhause verbracht hat - sehr zum Unwillen von Gattin Ute. "Sie wusste aber ja, worauf sie sich mit mir eingelassen hat", scherzt Niemann, um seiner Ute dann aber ein Kompliment zu machen: "Sie hat mich in allen Dingen unterstützt und war beziehungsweise ist mir immer eine große Hilfe."

Bis heute organisiert Niemann das Heeper Hallenfußballturnier, das immer am ersten Januar-Wochenende stattfindet. "Mittlerweile habe ich hier und da auch etwas Unterstützung, aber im Großen und Ganzen mache ich das ganz alleine, aber daran habe ich auch sehr viel Freude", sagt Niemann, der gern den persönlichen Kontakt zu den einzelnen Sponsoren und Vereinen hat. "Heute geht ja alles nur noch über E-Mails. Ich gehe lieber persönlich zu den Leuten und schnacke ein bisschen", schmunzelt er. Für die Organisation des Hallenturniers wurde Niemann übrigens von der Stadt Bielefeld mit einem Porzellan-Leineweber und einer Urkunde beschenkt. "Das war beim 30. Turnier", gibt er an. Mittlerweile plant er die 36. Auflage.

Besonders gern erinnert sich Jürgen Niemann an die außergewöhnlichen Mannschaftsfahrten - an denen er selbstredend immer teilgenommen hat - zurück. "Wir waren unter anderem zwei Mal in Amerika. Das war schon toll", schwelgt Niemann in Erinnerungen. Aber auch zig weitere Anekdoten hat er in seinem bisherigen Vereinsleben am Heeper Schützenberg erlebt.

Kein Wunder, dass Jürgen Niemann plant, seine Memoiren zu verfassen. "Was in den ganzen Jahren so alles zusammengekommen ist, das würde sicherlich ein Buch füllen", lacht er. Und eben das ist sein nächstes großes Ziel: Jürgen Niemann möchte ein Buch schreiben.


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