< Querelen um die Skater-Bahn
13.09.2014 22:53 Alter: 3 yrs
Kategorie: Hauptverein
Von: Johannes Gerhards (Westfalen-Blatt)

Skate-Arena auf Eis gelegt

Unkalkulierbare Risiken bei der Finanzierung – Heeper Inlineabteilung vor schweren Zeiten


Nach dem Veto der Geschäftsführung suchen SpVg-Vorsitzender Gerd Fuhrmann und Henning Roos (rechts) vom Inline-Landesverband Lösungen, um doch noch eine Speedskatingbahn zu bauen.

Heepen/Mitte (WB). Die Skate-Arena an den Heeper Fichten bleibt vorerst ein kühner Traum: Die Sportvereinigung (SpVg) Heepen stoppte das Vorhaben, weil es finanziell nicht bewältigt werden kann. Jüngsten Ausschreibungen zufolge hätte der im Januar 2014 genehmigte Neubau 300 000 Euro kosten sollen. Dem Verein stehen nur 250 000 Euro zur Verfügung. Die Sportstätte für den Trainings- und Wettkampfbetrieb im Inlineskating rücke zunächst in den Hintergrund, ließ Stefan Worbs, Vizevorsitzender und Geschäftsführer des Mehrspartenvereins mit fast 2000 Mitgliedern, im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT erkennen. »Aufgeschoben heißt nicht aufgehoben«, betont er. »Zum Wohle des Vereins mussten wir die Reißleine ziehen, weil die Kosten aus dem Ruder zu laufen drohten und die Finanzierung nicht zu stemmen war«. Erste Kalkulationen im Jahr 2009 nannten 100 000 Euro Kosten, das Land NRW sicherte 50 Prozent davon als Fördermittel zu. Nachdem ein Planungsbüros eingeschaltet war, verdoppelte sich der Betrag, bei der Jahreshauptversammlung 2012 wurden schließlich 250 000 Euro angesetzt und bewilligt. »Es ist nicht selbstverständlich, dass einer kleinen Abteilung mit weniger als 100 Mitgliedern eine derartige Unterstützung gewährt wird«, unterstreicht der erste Vorsitzende Gerd Fuhrmann heute noch die Bereitschaft, viel Geld in die Hand zu nehmen, um den Inlinesport zu fördern. Der Verein musste ein Darlehen von 150 000 Euro aufnehmen, weil Fördergelder von Stadt, Land und der Kaselowsky Stiftung 90 000 Euro ausmachten. Am Ende der ersten Ausschreibungsrunde verlangte eine Firma 390 000 Euro. Als die Arbeiten aufgegliedert wurden, sanken die Kosten auf 300 000 Euro. Als der Gesamtvorstand die Zwangspause des Projekts beschloss, zogen Vertreter der Inlineabteilung die Konsequenz: Der Abteilungsvorstand trat im Juli zurück, 35 der 70 Mitglieder traten Ende August aus dem Verein aus. Die Vereinsführung macht vor allem einen Mangel an Transparenz und den fehlenden Willen zur Kommunikation für das Dilemma verantwortlich. »Wir hatten immer den Wunsch, das Projekt in einem Gremium zu besprechen«, sagt Stefan Worbs. Innerhalb der Abteilung sei der Informationsfluss eher dürftig gewesen. Zudem habe man sich durch zu niedrig angesetzte Kosten den Weg verbaut, mehr Fördergelder beantragen zu können und in Aussicht gestellte Sponsorengelder in fünfstelliger Höhe nicht beachtet. Die Skate-Arena wollte die Inline-Abteilung der SpVg spätestens an diesem Wochenende zu den Deutschen Marathonmeisterschaften fertig haben. Auch der Landesrollsportverband RIV spekulierte darauf, wollte sich sogar finanziell einbringen. »Wir hätten das Projekt gerne in größerem Ausmaß unterstützt«, sagt Henning Roos, Fachspartenleiter beim RIV, »zumal im Strukturplan bereits vorgesehen war, Bielefeld zum Landesleistungszentrum zu machen«. Geschäftsführer Stefan Worbs wartet indessen auf Signale aus der Inlineabteilung. Wenn die kommen, dann soll ein neuer Versuch gestartet werden.


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