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13.09.2014 00:00 Alter: 4 yrs
Kategorie: Hauptverein
Von: ARIANE MÖNIKES (Neue Westfälische)

Querelen um die Skater-Bahn

35 Mitglieder haben die Sportvereinigung Heepen verlassen / Verein will an Plänen festhalten


So sollte die Skater-Bahn in den Heeper Fichten aussehen: Gerd Fuhrmann (links), 1. Vorsitzender der Sportvereinigung Heepen, und Henning Roos, Landesfachwart Inline-Fitness und Speedskaten, mit den Plänen. Das Projekt pausiert derzeit. Fotos: Andreas Frücht (Neue Westfälische)

Inlineskating statt Fußball in den Heeper Fichten: Der Ascheplatz sollte umfunktioniert werden - zu einer Skate-Arena.

Heepen. Die Baugenehmigung lag längst vor, aus der Skate-Arena in den Heeper Fichten wird allerdings vorerst nichts. Die Sportvereinigung Heepen hat die Pläne auf Eis gelegt, will aber an dem Projekt festhalten, so die beiden Vorstände Gerd Fuhrmann und Stefan Worbs. Der dreiköpfige Vorstand der Abteilung um Henrike Grieswelle allerdings ist zurückgetreten, 35 Mitglieder haben dem Verein den Rücken gekehrt. Hinter den Kulissen brodelt es.

"Die Kosten sind explodiert", begründet Fuhrmann den Schritt, das Projekt ruhen zu lassen. Das aber gefällt nicht allen im Verein.

Zum Hintergrund: Jahrelang hatte der Verein (Mitgliederzahl: 1.940) nach einem geeigneten Platz für eine Laufbahn gesucht, initiiert und vorangetrieben wurde das Projekt seit 2008 von der Inlineskating-Abteilung.

In den Heeper Fichten sollte der tiefer gelegene der beiden Ascheplätze, auf dem der SC Bosporus Bielefeld trainiert, zur Wettkampf- und Trainingsstätte für die Skater umfunktioniert werden. Denn dem Verein fehlt eine geschützte, klar definierte Sportstätte, auf der sowohl trainiert werden könne als auch Wettkämpfe stattfinden könnten.

"Wir gingen zunächst von Kosten in Höhe von 100.000 Euro aus", erzählt Fuhrmann. Ein Bauantrag wurde gestellt, die Vereinsmitglieder stimmten 2012 den Plänen zu, eine Skate-Arena zu bauen. Als einziger örtlich ansässiger Verein, der Inline- und Speed-Skating im Breiten- und Leistungssport durch ausgebildete Trainer anbiete, bestünde die Chance, bundesweit wettbewerbsfähig zu sein, teilte der Verein 2012 auf seiner Homepage mit.

Als ein Planungsbüro allerdings einen Entwurf vorlegte, war von 100.000 Euro längst nicht mehr die Rede: Das Büro kalkulierte 256.683 Euro für den Bau der Anlage. "Das wäre aber gerade noch zu machen gewesen", sagt Fuhrmann. Der Verein nahm ein Darlehen in Höhe von 150.000 Euro auf, die Stadt hätte das Grundstück gestellt und auch die monatlichen Nebenkosten übernommen. Gelder aus der Sportpauschale des Landes NRW (50.000 Euro, 50 Prozent der zunächst angenommenen Summe) wären geflossen, so Fuhrmann.

Die Ausschreibung lief, zwei Generalunternehmer gaben ihre Angebote ab - eines über 350.000 Euro, ein zweites über 390.000 Euro, so Fuhrmann. "Da haben wir natürlich geschluckt."

Bei einer zweiten Ausschreibung wurden die Gewerke getrennt ausgeschrieben. Der Verein erhoffte sich niedrigere Kosten, aber für unter 300.000 Euro hätte man die Bahn nicht bekommen, so der Vorstand. "Noch vor Ende der Ausschreibung Ende Juni haben wir uns entschieden, das Projekt pausieren zu lassen", sagt Worbs.

Aus finanzieller Sicht wäre es zu diesem Zeitpunkt sinnlos gewesen, das Projekt weiter zu verfolgen. Zudem habe es Unstimmigkeiten innerhalb der Inlineskating-Abteilung gegeben. Unter anderem sei das Training öfter abgesagt worden.

Der Abteilungsvorstand reagierte verärgert auf die Entscheidung des Vorstands - und trat zurück. "Die Hälfte der Abteilung ist ausgetreten", sagt Worbs. 35 Sportler. Die ehemalige Abteilungsleiterin Henrike Grieswelle wollte sich gegenüber der NW nicht zur Schnell-Laufbahn und den Querelen im Verein äußern.

Die Abteilung müsse jetzt erstmal zur Ruhe kommen, sagt Furhmann. "Es muss sich ein neuer Abteilungsvorstand finden." Steht der, soll ein neuer Förderantrag gestellt werden. "Wir wollen das Projekt auf jeden Fall weiter verfolgen."

Laut Worbs sei es ein Fehler gewesen, die Kosten zunächst so niedrig kalkuliert zu haben. Aber auch innerhalb des Vereins habe es Kommunikationsprobleme gegeben. So hätte die Abteilung nicht alles zum Bau der Anlage mit dem Gesamt-Vorstand besprochen.

Der Verein will sich jetzt um die Rückabwicklung des Pachtvertrages kümmern. Denn man könne nicht für etwas zahlen, das nicht genutzt werden. Gibt es doch noch eine Chance für die Anlage, dann eventuell an einem anderen Ort.

Henning Roos, Landesfachwart Inline-Fitness und Speedskaten, hat dem Verein unterdessen seine Unterstützung zugesagt. "Das Projekt ist noch nicht beerdigt."


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