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20.08.2011 00:00 Alter: 7 yrs
Kategorie: Hauptverein
Von: Ivo Kraft (Neue Westfälische)

Der Therapeut aus Heepen

SPORTLER IM EHRENAMT: Stefan Worbs ist mitverantwortlich für die Erfolge der SpVg. Heepen


Bielefeld. Stefan Worbs’ ehrenamtliche Tätigkeit begann zwar schon irgendwann in den 1990er-Jahren. „Ich war Betreuer, Kampfrichter und Jugendleiter in der Schwimmabteilung“, sagt der heute 40-Jährige. 1994 wurde er stellvertretender Vorsitzender der Schwimmer der SpVg. Heepen.

Ans Eingemachte ging es jedoch erst acht Jahre später. „Als wir den Verein 2002 übernommen haben, stand er kurz vor dem Ende. Es herrschte das Chaos“, berichtet Stefan Worbs. Die ambitionierten Träume der TSG Altenhagen-Heepen hatten die beiden Stammvereine Heepen und Altenhagen um ein Haar kollabieren lassen.

Die Schulden der Heeper beliefen sich auf einen sechsstelligen Betrag und der neu gewählte Vorstand musste einen harten Sparplan durchziehen. Worbs: „Zuvor ist blauäugig agiert worden. Wir haben damals wochenlang zusammen gesessen und überlegt, wie wir das wieder hinbekommen.“ Um die drohende Insolvenz abzuwenden, lauteten in dieser Zeit die Zauberwörter: Umlagen, Beitragserhöhungen und Sonderzahlungen – für alle Mitglieder.

„Die Mitglieder haben immer hinter uns gestanden, auch die Hartgesottenen“, sagt der Vertriebsleiter angesichts manch harter Radikalkur anerkennend. „Das war nicht immer einfach.“ Doch die eingeschlagene Therapie fruchtete. Inzwischen hat der Verein wieder knapp 2.000 Mitglieder. Die Schulden sind schon seit drei Jahren abgebaut. Und einige neue Abteilungen wie Tai Chi oder Ju-Jutsu kamen hinzu.

Diese positive Entwicklung wurde jüngst auch von der Stadt honoriert. „Die Sportvereinigung Heepen hat das breiteste Breitensportangebot in Bielefeld“, sagte Oberbürgermeister Pit Clausen in seiner Laudatio zur Verleihung des Breitensportpreises an die Heeper. Ein Lob, das auch für Worbs und seine Vorstandskollegen gilt. „Ohne uns gäbe es den Verein nicht mehr“, glaubt der zweite Vorsitzende, der 2011 sowohl von seinem Verein als auch von der Stadt für seine besonderen Verdienste ausgezeichnet wurde.

Ein Geheimnis der Heeper Genesung ist die eingespielte, vierköpfige Truppe des geschäftsführenden Vorstands. „Wir haben zwar auch mal unterschiedliche Ansichten. Aber es ist noch nie die Situation aufgetreten, dass einer über die Entscheidungen eines anderen gemeckert hätte.“

Inzwischen hat sich die ehrenamtliche Tätigkeit fest im Leben von Stefan Worbs verankert. „Sie gehört dazu. Es ist schön, etwas zu machen, woran auch andere Spaß haben“, erklärt der Familienvater, an dessen Haustür die SpVg. Heepen auch ihr eigenes Klingelschild hat. „Bei uns laufen die Wünsche und Forderungen von 13 Abteilungen auf“, sagt er. Zusätzlich obliegt ihm derzeit auch die Mitgliederverwaltung. Zwischendurch schreibt er an der von Willi Kastrup übernommenen Vereinschronik weiter und arbeitet am Heeper Internetauftritt. „Aber nur inhaltlich. Vom Rest habe ich zum Glück keine Ahnung. Dafür haben wir unseren Webmaster.“

In die Sportstätten schafft es Worbs angesichts der vielen Hintergrundarbeit selten. Seine mittlerweile im Schwimmteam etablierten Heeper Schwimmer sind „jedes Wochenende unterwegs. Aber ich bekomme die Berichte immer sonntags oder montags, so dass ich auf dem Laufenden bin.“ Nach den arbeitsaufwändigeren Anfangsjahren investiere er inzwischen etwa eine Stunde pro Tag ins Ehrenamt. „Aber nur, weil ich das Notwendigste tue. Ich möchte mich nicht stundenlang vor dem Computer verschanzen. Vor ein paar Jahren haben wir radikal umgedacht und ich habe auch etwas abgegeben. Das war wichtig und gut.“

© 2011 Neue Westfälische


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