Bewerbung um den Förderpreis des Schwimmverbandes OWL im Jahr 2002

Strukturierung der vereinsübergreifenden

Nachwuchsförderung im Stadtgebiet Bielefeld

 

Gemeinsam stark sein

 

Das SchwimmTeam Bielefeld bietet kontinuierliche Nachwuchsförderung

 

Anfang 1997 gründeten die drei bielefelder Vereine 1. Bielefelder SV 02, SV Brackwede Abteilung Schwimmen und SpVg Heepen Abteilung Schwimmen das SchwimmTeam Bielefeld. Erstes allgemeines Ziel war es, die schlechter werdende Bielefelder Bädersituation optimal zu nutzen, um aktiven Schwimmern ein bestmögliches Angebot zu bieten und den Leistungssport zu fördern.

Damit verteilten sich rund tausend Mitglieder auf das gesamte Stadtgebiet. Von Anfang an erstreckte sich das Trainingsangebot für die Mitglieder auf maximal fünf Tage in der Woche. Es entstanden fünf Altersgruppen für wettkampforientierte Schwimmer, daneben gibt es von Anfang an ein großzügiges Breitensportangebot sowie Anfängerschwimmen in allen Vereinen.

Bielefeld erlebte, wie viele andere Städte auch, in den letzten fünf Jahren auch eine Umstrukturierung der Bäderlandschaft. So wurde der Stadtbetrieb privatisiert, daraus folgten Bäderschliessungen und Sanierungen. Besonders die drei Bäder, die bisher für die drei Vereine die Basis bildeten, fielen in das Sanierungskonzept. Doch gerade die Gründung des SchwimmTeams half, alle Angebote weiterführen zu können. Besonders das Angebot für Nachwuchssportler konnte aufrecht erhalten werden. Heute kann das SchwimmTeam mit dem Aquawede, dem Ishara und dem Familienbad Heepen auf drei grundsanierte Bäder zurückgreifen, die teilweise auch als Wettkampfstätten genutzt werden können.

Erste gemeinsame Aktion: Trainings und Freizeitwochenende in Schloss Eringerfeld 1998 (35 Aktive / 6 Trainer)

Kontinuierliche Nachwuchsförderung

Nach anfänglichen Erfolgen, wie zum Beispiel dem direkten DMS-Aufstieg der Männermannschaft in die Oberliga, die durch reine Synergie-Effekte erreicht wurden, war jedoch schnell eine Lücke im Nachwuchsbereich absehbar. In Zusammenarbeit mit Trainern und Vorstand wurde auf einer Klausurtagung nach neuen Wegen gesucht und das „Konzept der kontinuierlichen Nachwuchsförderung“ entwickelt.

Die Struktur ist im Laufe der Jahre gewachsen und besteht heute aus drei Altersgruppen. Dies sind die Teams 86-88, das Team Zukunft I (Jg 89/90) und das Team Zukunft II (Jg 91/92). Die Integration der ältesten Gruppe in die 1. Wettkampfmannschaft des SchwimmTeams findet gerade statt, während zeitgleich mit den Jg 93/94 die nächste Nachwuchsgruppe entsteht. Alle Teams inklusive der 1. Wettkampfmannschaft sind gleichberechtigt und haben den gleichen Stellenwert. Eine Abstufung ist nur altersbedingt notwendig.

Das Team 86-88: Besichtigung in Koblenz während des Trainingslagers Mayen 1999 (18 Aktive / 3 Trainer)

Pro Altersklasse betreuen je drei bis fünf Trainer die Kinder und Jugendlichen. Unsere Ausbilder verfügen fast alle über C-Lizenzen und haben in ihrer Vergangenheit größtenteils aktiv Wettkampfsport betrieben. Geleitet wird eine Altersgruppe jeweils von einem B-Lizenztrainer. Alle Kinder und Jugendliche haben die Möglichkeit vor der Haustür zu trainieren, da dies ein wichtiger Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Sportarten darstellt und die Aktiven so Zeit sparen. Im Zweifel reist eher der Trainer, als die Aktiven.

Die Trainingsintensität steigert sich von zweimal bis fünfmal wöchentlich im Laufe der vier Jahre. Ein Beispiel für die Verteilung der Trainingszeiten findet sich im Anhang.

Etwa fünfzig Aktive starten in drei völlig getrennten Gruppen in den einzelnen Stadtbezirken und werden dann nach und nach zusammengeführt. Aus diesem Potential gilt es die interessierten und talentierten Kinder für den Leistungssport zu finden und über Jahre angemessen zu fördern. Die Trainingsziele und Inhalte sind jedoch von Anfang an für alle gleich, ebenso werden von Anfang an alle Wettkämpfe gleich besucht. Das heißt, der Ausbildungsstand ist bei der Zusammenführung der Gruppen in allen wesentlichen Punkten identisch. Die Trainer bilden nach Zusammenschluß ein Team, das mindestens auf vier Jahre gemeinsam die Trainingsarbeit leistet. Dies ist ein wichtiger Bestandteil, da so jeder Nachwuchstrainer die Möglichkeit hat, die Entwicklung seiner Aktiven aufzubauen. Er kann im Erfolgsfall seine Sportler mindestens im ersten Jahr bei den Deutschen-Jahrgangs-Meisterschaften trainieren. Durch diese Maßnahme ist es gelungen qualifizierte Trainer für die Nachwuchsarbeit zu gewinnen, da bei fehlenden finanziellen Mitteln die Motivation die Hauptantriebskraft ist.

Eine langfristige Betreuung schafft auch eine breite Vertrauensbasis zwischen Trainern und Aktiven. Der Trainer fungiert als pädagogisches Glied in der Gruppe und stärkt den Zusammenhalt. Ein weiterer Vorteil ist, das die geringe Anzahl wirklicher Talente auf eine Vielzahl von qualifizierten und engagierten Trainern verteilt wird. Das altersbezogene Training fördert die Leistungsbereitschaft aller und baut die Aktiven behutsam auf. Das Konzept beinhaltet also pädagogische, integrative und wissenschaftliche Aspekte. Ein Talenttest angelehnt an das Leipziger Modell ist innerhalb des  SchwimmTeams fürs nächste Jahr geplant.

Das Team 89-90: Stadtbesichtigung Köln während des Trainingslagers Ratingen 2001 (20 Aktive / 3 Trainer)

Zu einer qualifizierten Technikschulung gesellt sich ein altersspezifisches langfristig ausgerichtetes Training. Angefangen von Videoanalysen, über Laktatmessungen und angemessener medizinischer Betreuung erstreckt sich das Programm auch auf außerörtliche Trainingsmaßnahmen.

Dazu gehören ein bis zwei Trainings- und Freizeitfahrten, sowie eine Vielzahl von gemeinsamen Auswärtswettkämpfen. Bei spezifischen Technikschulungen an Wochenenden werden auch immer neue Erkenntnisse des Leistungsschwimmsports vermittelt.

Durch dieses Zusammenwirken entsteht im Laufe der Jahre ein freundschaftliches Verhältnis, wobei Vereinsgrenzen völlig verwischt werden. Deshalb organisieren wir regelmäßig Freizeiten wie Städtereisen oder Radtouren, die nicht nur schwimmsportliche Ziele verfolgen.

Wir sind der festen Überzeugung, das wir mit unserem Konzept von Anfang an die richtigen Ziele verfolgt haben. Die bisherigen Leistungen und Wettkampfergebnisse haben uns bestätigt. Die Gesamtleistung ist höher als die der drei Einzelvereine vor dem Zusammenschluss. Wir glauben, das dieses Konzept auch in anderen Städten Erfolg haben kann. Dies liegt nicht zuletzt an der immer schwieriger werdenden Bädersituation, aber auch am zunehmenden Sportangebot für Kinder und Jugendliche. Wir haben die Erfahrung gemacht, das es zusammen einfacher ist, ein überzeugendes Angebot zu bieten und Aktive langfristig an den Schwimmsport zu binden. Die Möglichkeiten einer großen Gemeinschaft sind weitaus besser zu bewerten, als die eines einzelnen Vereins. Daher ist das Projekt natürlich offen für weitere interessierte Vereine.

Weitere Auskünfte und Informationen zum Projekt können bei Frank Butschkat oder Andreas Klein erfragt werden.

Das Team 91-92: alljährliche Fahrt zum Nikolausschwimmen nach Hagen 2001 (24 Aktive / 5 Trainer)

 


Anhang-1

 

Beispiel für Trainingszeitenverteilung:

Am folgenden Beispiel soll das Trainingsangebot für eine Aktiven aus dem Bielefelder Süden dargestellt werden. Es wird angenommen, das er jeweils das nächstliegende Bad ansteuert. Falls dies aus terminlichen Gründen nicht möglich ist, kann er Alternativangebote in anderen Bädern an anderen Tagen nutzen.


9 Jahre (angestrebte Häufigkeit 2x pro Woche)

Angebote am Dienstag und Donnerstag im Aquawede


10 Jahre (angestrebte Häufigkeit 2-3x pro Woche)

Angebote am Dienstag, Donnerstag und Freitag im Aquawede


11 Jahre (angestrebte Häufigkeit 3x pro Woche)

Angebote am Montag im Ishara (alle Gruppen gemeinsam) sowie Dienstag, Donnerstag und Freitag im Aquawede


12 Jahre (angestrebte Häufigkeit 3-4x pro Woche)

Angebote am Montag im Ishara (alle Gruppen gemeinsam) sowie Dienstag, Donnerstag und Freitag im Aquawede


13 Jahre (angestrebte Häufigkeit 4x pro Woche)


Angebote am Montag im Ishara (alle Gruppen gemeinsam) sowie Dienstag, Donnerstag und Freitag im Aquawede. Zusätzlich gemeinsames Training am Mittwoch in Heepen.

 

 

Beispiel für kombinierte Fahrten (nicht nur Sport, jeweils Team 1986-88)

Berlin Herbstferien 2000

1x täglich Training in der Schwimmhalle an der Landsberger Allee.

Der Rest des Tages wurde damit verbracht Berlin zu erkunden.


Hamburg Herbstferien 2001

Anreise mit Rad aus Bielefeld (3 Tage)
1x täglich Training in der Alsterschwimmhalle. (3 Tage)

Der Rest des Tages wurde damit verbracht Hamburg zu erkunden (auch per Rad oder Paddelboot).

Die Osterferien sind jeweils für schwimmsportbetonte Trainingslager reserviert.

 


Anhang-2


Sportliche Erfolge im Nachwuchsbereich

 


1999


NRW-Jg-Meisterschaften

Christian Wagner (Jg 1987) 2x Gold, 1x Bronze

 


2000


DSV-Jg-Meisterschaften

Christian Wagner (Jg 1987) Platz 12 im Jugendmehrkampf


NRW-Jg-Meisterschaften

Christian Wagner (Jg 1987) 2x Gold, 1x Silber, 1x Bronze
Benjamin Braun (Jg 1988) 2x Silber, 1x Bronze
Jörg Ziesak (Jg 1986) 2x qualifiziert
Jessica Kobusch (Jg 1987) 1x qualifiziert

 


2001


DSV-Jg-Meisterschaften

Christian Wagner (Jg 1987) 2x Bronze, sowie 2 weitere Endlaufteilnahmen
Benjamin Braun (Jg 1988) Platz 22 im Jugendmehrkampf


NRW-Jg-Meisterschaften

Christian Wagner (Jg 1987) 6x Gold
Benjamin Braun (Jg 1988) 2x Silber
Jörg Ziesak (Jg 1986) 4x qualifiziert
Jessica Kobusch (Jg 1987) 4x qualifiziert
Tim Ostemeier (Jg 1986) 1x qualifiziert
Moritz Hoffmann (Jg 1988) 1x qualifiziert
Pascal Bachmann (Jg 1989) 1x qualifiziert

 

Christian Wagner und Benjamin Braun bei den DSV-Jg-Meisterschaften in Berlin 2001

EXT:start/Resources/Private/Templates/silver_03.html