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23.03.2020 06:00 Alter: 66 days
Kategorie: Hauptverein
Von: NW / Ariane Mönikes

125 Jahre Sport in Heepen

Jubiläum: Die Sportvereinigung feiert Geburtstag und blickt auf eine ereignisreiche Geschichte zurück. Der Verein hat noch viel vor – schon bald gibt es eine neue Sportstätte.


Uwe Müller, Stefanie Böhne, Stefan Worbs und Beate Hildebrandt-Niehage (v. l.) bilden das Vorstands-Team der SpVg. Heepen. Worbs ist seit 2014 1. Vorsitzender des Vereins. Foto: Neue Westfälische / Müller

Bielefeld. Über Monate war die große Feier geplant worden. Am Samstag wollte die Sportvereinigung Heepen im Lokschuppen ihren 125. Geburtstag feiern. Aber das Coronavirus hat den Heepern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Jetzt wird die Feier am 29. August nachgeholt – und zurückgeblickt auf 125 Jahre Sport in Heepen.

Es war der 24. Juli 1894, als sich einige sportbegeisterte Männer in Heepen zusammensetzten. Sie wollten turnen. 1904 gründete sich dann auch der Arbeitersportverein in Heepen. Heepen hatte nun zwei Sportklubs. 1914 aber wurde die Arbeit in beiden Vereinen durch den 1. Weltkrieg unterbrochen. Erst 1918 nach Kriegsende nahmen beide Klubs den Sportbetrieb wieder auf. „Wir haben eine lange Geschichte“, sagt Stefan Worbs, seit 2014 1. Vorsitzender des Vereins.

1921 stellte die Gemeinde beiden Vereinen die so genannte Ochsenwiese an der Verlängerung der heutigen Straße Kirchfeldweg als Sportplatz zur Verfügung. 1933 wurde „Jahn Heepen“ verboten und aufgelöst. In Heepen entstand aus der Deutschen Turnerschaft der Sportverein Heepen. Als Sportplatz diente dem Verein nun der Schützenberg. Die Ochsenwiese wurde bebaut.

1939 schon wurde durch Ausbruch des 2. Weltkrieges die bis dahin geleistete Aufbauarbeit zerstört. Nach Kriegsende aber fanden sich in Heepen wieder einige Männer der früheren Vereine „Jahn Heepen“, der Deutschen Turnerschaft und des christlichen Eichenkreuzvereins zusammen und gründeten am 16. August 1945 den jetzigen Verein, die Sportvereinigung Heepen.

Der Verein wuchs. Im September 1971 wurde der neue Sportplatz für den Spielbetrieb freigegeben. Hier wurde Fußball gespielt. In den folgenden Jahren kamen weitere Abteilungen hinzu, 1971 Tennis, 1977 Karate, 1987 Herzsport, 1999 Kunstturnen.

Neben dem Turnern ist die Fußballabteilung mit knapp 400 Mitgliedern, von denen etwa zwei Drittel Kinder und Jugendliche sind, eine tragende Säule des Vereins, erzählt Vereins-Vorsitzender Worbs. „Mit dem Umbau des Tennenplatzes und der Einweihung des Kunstrasenplatzes wurde 2016 auf dem Sportplatz am Schützenberg die Basis für den Erhalt und den Aufbau weiterer Jugendmannschaften sowie reiner Mädchenmannschaften geschaffen“, sagt er. Der Kunstrasenplatz wurde vorausschauend gebaut: Anstatt Gummigranulat wurde Kork genutzt. „Den möglichen Gesundheitsgefahren durch Gummigranulat ist der Sportplatz somit nicht ausgesetzt“, sagt Worbs. Die Angebote des Vereins sollen langfristig in das „Sportzentrum Heepen“, in unmittelbarer Nähe zum Kunstrasenplatz, der Tennisanlage und der Schießsportanlage der Schützengesellschaft eingebettet werden. „Hier können wir gezielt Nachwuchsarbeit und Jugendförderung machen, hier wollen wir in die Zukunft des Sports und des Vereins investieren.“ Gerade wird eine Inliner-Bahn gebaut, 420.000 Euro kostet die Anlage. Im Frühjahr 2021 soll sie eröffnet werden. Ein großer Erfolg für die Heeper.

Auch die 1986 von der Handballabteilung mit den Handballern des TSV Altenhagen geschlossene Spielgemeinschaft erwies sich für die erste Herrenmannschaft als ein Grund zum Feiern. Der größte bisherige Erfolg der TSG Altenhagen-Heepen war im Sommer 1993 der Aufstieg in die 2. Handball-Bundesliga. Der Verein hat aber auch einstecken müssen. 2002 schlossen sich die Handballer der TSG Bielefeld mit dem TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck – TuS Jöllenbeck und der Sportclub Bielefeld 04/26 – zur HSG 02 Bielefeld zusammen. 2004 aber zerbrach die Handball-Ehe. Finanzielle Probleme aufgrund der Altlasten der TSG Bielefeld, die die Stammvereine als Gesellschafter aufzufangen hatten, belasteten den Verein. „Wir waren kurz davor, den Spielbetrieb einstellen zu müssen“, sagt Worbs.

Heute hat sich der Verein erholt. „Wir sind gut aufgestellt, wir führen den Verein unternehmerisch.“ Der männliche Erwachsenenspielbetrieb der Stammvereine TSV Altenhagen 03 und Sportvereinigung Heepen wird als TSG A-H Bielefeld fortgeführt. Die lässt den Spielbetrieb der 1. Herrenmannschaft in der Oberliga als TSG-Spielbetriebs-GmbH außerhalb des Amateurbereiches spielen.

Im Jahr 2014 gab es eine Zäsur: Nach 28 Jahren Vorstandsarbeit in verschiedenen Funktionen legte Gerd Fuhrmann seine Ämter nieder.

Er gab den Staffelstab an Stefan Worbs weiter. Der Vorstand wird heute von zwei Vorsitzenden und zwei Geschäftsführern als Team geführt, so dass die Aufgaben der Vereinsleitung übersichtlich bleiben: Stefan Worbs als erster Vorsitzender, Stefanie Böhne als zweite sowie Beate Hildebrandt-Niehage und Uwe Müller, die sich um die Geschäftsführung kümmern.


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